Am Dienstag, den 5.5.2026, hat unsere Klasse 10a eine Exkursion zur KZ-Gedenkstätte Hamburg-Neuengamme gemacht. Wir haben uns um 9:00 Uhr am Dammtor getroffen und sind zusammen mit der S-Bahn und mit dem Bus für etwa eine Stunde dorthin gefahren. Die Exkursion startete am Mahnmal, wo wir uns erstmal die Wände mit dem Namen der Opfer und die ehemaligen Bücher der Wärter, in denen Informationen der Todesopfer reingeschrieben worden sind, angeschaut haben.

Am Mahnmal holte uns auch unser Guide ab und wir versammelten uns um ein Modell des ehemaligen Lagers. Wir haben allgemeine Informationen über den Zweiten Weltkrieg besprochen, bevor er uns anhand des Modells die damalige Aufteilung der Arbeit und Gebäude erklärt hat. Er erzählte uns auch die Geschichte eines 16-Jährigen Jungen, der auch in diesem Lager verstorben ist.
Anschließend wurden wir über die Todesmärsche aufgeklärt und haben Geschichten der Überlebenden erzählt bekommen, welche die Todesmärsche überlebt hatten.

Daraufhin brachte er uns zu einem Denkmal, auf dem all die Länder standen, von denen die Leute Opfer der Nazis wurden. Insgesamt waren es 73 Länder. Außerdem erklärte er uns, dass die große Wiese, die neben dem Mahnmal war, früher Ackerland gewesen war. Dort wurden Lebensmittel angebaut, welches mit der Asche der Ermordeten gedüngt wurde.

Anschließend gingen wir weiter zu den Holztafeln. Er erklärte uns, dass dies durch eine Kooperation mit den Familien der niederländischer Opfer entstanden ist, die jedes Jahr ein Blatt mit der Geschichte ihrer Geliebten einsenden durften, welches dann ab dem 8. Mai für ein Jahr ausgestellt wird. Viele dieser Texte wurden auf Niederländisch verfasst.

Anschließend gingen wir weiter zu den Fabrikgebäuden, die noch bis heute erhalten geblieben sind. Unser Guide zeigte uns Zeichnungen, die von den ehemaligen Häftlingen gezeichnet worden waren. Viele Bilder aus dieser Zeit wurde durch SS-Propaganda verzerrt. Die Zeichnungen der Häftlinge zeigten die wirklichen Umstände und stellte die unmenschlichen Anforderungen der Arbeit dar.
Die Arbeit war unterschiedlich aufgeteilt. Da Ziegelsteine hergestellt werden mussten, gab es eine große Zahl, die in den Tongruben arbeitete und den ganzen Tag schaufelte. Es wurde aber auch gekocht oder geputzt. Einige Häftlinge, die zum Beispiel gut Deutsch konnten, durften auch die bürokratische Arbeit übernehmen oder mussten die anderen beaufsichtigen. Dafür bekamen sie zum Beispiel mehr Essen oder ein besseres Bett, mussten sich aber gegen die anderen Insassen stellen. Außerdem gab es noch eine Arbeit, die als das „Todeskommando“ bezeichnet wurde. Die Insassen mussten eine Flusserweiterung ausheben, die tief und breit genug für die Lieferschiffe war. Alle Häftlinge mussten jeden Tag ohne richtige Kleidung, Schuhe, Essen oder Schlaf harte Arbeit verrichten, die sich nicht änderte, egal ob Schnee, Wind, Regen oder Hitze. Außerdem erzählte er uns von der Rampe, an einem der Fabrikgebäude, wo der Ton mit Loren eingeliefert wurde. Die Häftlinge mussten diese 500-700kg Wagen zu dritt oder fünft die die Rampe hochschieben. Teilweise schalteten die Wärter sogar den Antrieb zum Hochziehen der Wagen ab, nur um die Häftlinge zusätzlich zu quälen und sich darüber zu amüsieren.
Als wir in die Richtung der ehemaligen Baracken gingen, von denen heute nur noch der Grundriss erhalten war, zeigte der Guide unterwegs das ehemalige Wohnhaus eines SS-Offiziers, der dort mit seiner Familie gelebt hatte. Es lag abseits des Lagers, damit er und seine Familie die Schreie und den Gestank, der durch das Arbeitslager verursacht wurde, nicht in vollem Ausmaß ertragen mussten.

Als die Frage aufkam, was mit den Neugeborenen geschah, die im Arbeitslager geboren wurden, erklärte er, dass viele von ihnen unter äußerst unhygienischen und schlechten Bedingungen zur Welt kamen und anschließend getötet wurden. Manche der Täter rechtfertigten ihr Handeln später damit, dass sie lediglich Befehle ausgeführt hatten. Unser Guide erzählte jedoch auch, dass es Fälle gab, in denen Menschen sich weigern, solche Befehle auszuführen, ohne dafür schwer bestraft zu werden.

Nach einer kurzen Pause, gingen wir noch in eine der Ausstellungen. Zuerst schauten wir uns eine Karte an, wo alle Arbeits-, Vernichtungs- und Konzentrationslager mit ihren Nebenlagern abgebildet waren. Danach durften wir uns entscheiden, ob wir alleine oder mit dem Guide die Ausstellung anschauen wollten. Es waren überall rote Ordner mit Biographien der Opfer. Es gab auch viel zum Anhören oder zum Lesen. Wir haben zusammen eine Tafel besprochen, wie die Häftlinge markiert wurden. Wir haben uns auch die Betten von damals angesehen, wo bis zu acht Leute in nur einem der drei Stockwerke gelegen haben. Auch die damalige Kleidung der Häftlinge waren ausgestellt. Zusätzlich konnten wir ein Stück des originalen Lagerzauns sowie Alben mit Zeichnungen betrachten, die von ehemaligen Häftlingen angefertigt worden waren.

Nach der Ausstellung haben wir uns vor den ehemaligen Baracken versammelt. Dort erfuhren wir mehr über den tägliche Zählprozess. Manchmal mussten die Häftlinge einen ganzen Tag einfach nur stehen, um gezählt zu werden. Wer sich hinsetzte oder sprach wurde erschossen.
Zum Abschluss zeigte uns unser Guide uns die Folterzelle, was in den meisten Fällen der Tod hieß. Die Häftlinge mussten ohne Essen und Schlaf in winzigen Kammern stehen, wo es keine Möglichkeit gab sich hinzusetzen oder hinzulegen.
Er erzählte auch eine Geschichte von einem Häftling, der einem anderen Häftling medizinisch versorgte und eines Tages den Befehl bekam jemand anderen ein Injektion direkt ins Herz zu spritzen, was für ihn wahrscheinlich den Tod bedeutete. Er weigerte sich aber diesen Befehl auszuführen und wurde in eine dieser Folterkammer gesteckt. Einige Tage später hat man ihn jedoch wieder entlassen und bekam von den Häftlingen, dessen Leben er gerettet hat, ein aus Holz geschnitztes Herz.
Vor den Folterkammern standen noch Blumen mit Gedenken für die ganzen Opfern des Arbeitslagers Neuengamme.

Olivia Grudzinska und Lina Sierralta-Espinoza

 

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